Was ist Beobachtungslernen?
Beobachtendes Lernen ist eine menschliche Lernmethode, bei der das Verhalten einer anderen Person beobachtet und nachgeahmt wird. Wenn wir die Handlungen von Menschen und die damit verbundenen Einstellungen, Ausdrucksweisen und Ergebnisse beobachten, betreiben wir beobachtendes Lernen.
Es ist eine der natürlichsten Formen des Lernens. Kinder ahmen Erwachsene nach, lange bevor sie formale Anweisungen verstehen, und Erwachsene lernen ihr Leben lang auf diese Weise weiter. Ob Sie sich daran erinnern oder nicht, das Lernen durch Beobachtung hat einen Großteil Ihres heutigen Wissens geprägt.
Beobachtungslernen ist jedoch nicht nur ein natürlicher Instinkt. Es handelt sich dabei auch um einen klar definierten psychologischen Prozess mit eindeutigen Phasen, den Trainer nutzen können, um effektivere Lernmethoden zu entwickeln.
Die vier Phasen des Beobachtungslernens
Die Psychologen Albert Bandura und Walter Jeffrey haben vier Schlüsselkomponenten identifiziert, die das Beobachtungslernen erfolgreich machen. Das Verständnis dieser Phasen hilft Ihnen dabei, Schulungen zu entwickeln, die nachhaltig wirken.
Achtung
Die Lernenden müssen zunächst auf das demonstrierte Verhalten achten. Ohne Konzentration kann nichts anderes geschehen.
Die Aufmerksamkeit hängt ab von:
Der Zustand des Lernenden (Schlaf, Stress, Hunger).
Die Klarheit und Relevanz der Demonstration.
Die Umgebung (Ablenkungen, Lärm, Unterbrechungen).
Moderne Lernende sind ständigen Ablenkungen ausgesetzt, daher können Trainingsmethoden wie Microlearning und kurze, fokussierte Videoclips dabei helfen, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten.
Kundenbindung
Nachdem sie ein Verhalten beobachtet haben, müssen sich die Lernenden daran erinnern. Die Behaltensleistung verbessert sich, wenn Informationen im Laufe der Zeit wiederholt werden.
Sie können die Kundenbindung fördern, indem Sie:
Wiederholung wichtiger Konzepte.
Zeitliche Staffelung der Lernsitzungen.
Bereitstellung von Zusammenfassungen oder Nachbereitungsmaterialien.
Dies steht in engem Zusammenhang mit verteilte Wiederholung, eine bewährte Methode für das Langzeitgedächtnis.
Motorische Reproduktion
Nachdem wir ein neues Konzept gelernt oder eine neue Handlung beobachtet und die Informationen gespeichert haben, müssen wir sie auf sensorischer Ebene reproduzieren, um sie zu verstehen. Das ist jedoch in der Regel leichter gesagt als getan.
Stellen Sie sich vor, Sie sehen Ihren Lieblingsfußballer ein episches Tor schießen. Sie können sich das immer wieder in Zeitlupe ansehen. Aber wahrscheinlich können Sie nicht so schießen wie er, nur weil Sie es gesehen haben, oder selbst wenn Sie es viele Male versuchen!
In solchen Fällen ist motorische Reproduktion das Ergebnis kontinuierlicher Aufmerksamkeit, Beibehaltung und Übung. Man kann nicht einfach zuschauen und lernen, sondern muss jeden Schritt des Tritts nachahmen, über einen längeren Zeitraum üben, von einem Trainer lernen, Feedback einholen und Anpassungen vornehmen.
Die meisten Hard Skills folgen diesem Muster: beobachten → versuchen → anpassen → verbessern.
Motivation
Der entscheidende Schritt zwischen Nachahmung und Beherrschung ist schließlich die Motivation. Man muss motiviert sein, um ein beobachtetes Verhalten zu kopieren.
Haben Sie jemals gewusst, dass Sie eine neue Fähigkeit erlernen oder für eine Prüfung lernen mussten, aber fanden es schwierig? Oder vielleicht fühlten Sie sich plötzlich gestresst und müde? Beides sind natürliche Reaktionen des Gehirns auf einen Mangel an Motivation. Das ist der Grund, warum so viele Menschen fleißig lernen und gute Noten in Prüfungen erzielen, nur um kurz darauf alles wieder zu vergessen, was sie gelernt haben.
Manchmal haben wir eine angeborene Leidenschaft, die uns von innen heraus motiviert. In anderen Fällen, wie bei den meisten Lernprozessen, haben wir externe Motivationen. Wir wollen das gleiche Ergebnis wie unsere Vorbilder (wie der Fußballspieler) erreichen oder eine hohe Punktzahl erzielen. In vielen Fällen ist die Angst vor negativen Ergebnissen ein starker Motivator.
Im Allgemeinen hängt der Erfolg des Beobachtungslernens von den Vorbildern ab, die wir beobachten. Positive Vorbilder schaffen eine starke Motivation. Am besten eignen sich Vorbilder, die unsere Werte und Ziele so gut wie möglich widerspiegeln.